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SAG7 Fachaustausch: Online-Premiere gelungen!

Seit Februar 2019 organisiert SAG7 unter der Mitwirkung von Prof. Dr. Martin Aigner, Vorstand der Abteilung für Erwachsenenpsychiatrie am Universitätsklinikum Tulln, alle paar Monate einen Fachaustausch in Tulln. Die Themen für die nächsten Veranstaltungen ergeben sich dabei aus den aktuellen Fragen und der Diskussion mit dem Publikum. Danach orientiert sich dann auch die Suche nach den zum Thema passenden HSP-Experten und Fachvortragenden.

Nachdem sich die Corona-Lage im März zuspitzte, wurde der in diesem Monat geplante Fachaustausch vorsorglich verschoben. Aufgrund der allgemeinen Entwicklung wurde in vielen Gesprächen mit den Referenten nach einer alternativen, sicheren Lösung gesucht. Jeder Beteiligte sammelte in dieser Situation mehr und mehr Online-Erfahrung und gleichzeitig damit den Mut, das Projekt Fachaustausch als Live-Stream zu gestalten. Die dazu notwendigen organisatorischen Aufgaben waren eine ordentliche Herausforderung, und die Spannung stieg von Tag zu Tag.

Eine Woche vor dem angesetzten Termin gab es eine Generalprobe, bei der die Technik auf Herz und Nieren getestet wurde. Das Team – Prof. Dr. Martin Aigner, Mag. Caroline Makovec (Klinische Psychologin), Michaela Neubauer (Chefredakteurin von Gesund & Leben in NÖ), Karin Novi (Obfrau von SAG7) und Johannes Murth (Host) – fand sichtlich Spaß am Erkunden der virtuellen Welt, und so wuchs die Vorfreude auf die Online-Premiere.

Am Mittwoch, den 24. Juni, war es dann soweit. Anstatt wie gewohnt im Uni-Klinikum Tulln, trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diesmal vor den Bildschirmen zum 4. Fachaustausch. Und das Thema „Die Erbse des Lebens – erfolgreich mit Hochsensibilität“ gab echt viel her. Ziel war es herauszufinden, welche Vorteile Hochsensibilität im Berufsleben mit sich bringt. Denn Hochsensibilität möchte als genetische Veranlagung mit vielen Vorteilen erkannt und nicht mit dem negativ behafteten „Sensibelchen“ verfälscht werden. Und Voraussetzung dafür ist, dass der HS seine Stärken zum Ausüben seiner Begabung kennt.

Die Aufgaben gut verteilt, eröffnete SAG7-Obfrau Karin Novi die Veranstaltung mit ihrer Begrüßung und einer Vorstellung der Selbsthilfe-Organisation und der Selbsthilfe-Meetings: SAG7 ist eine Anlaufstelle für Hochsensible, die noch unter ihrer Begabung leiden. Selbsthilfe ist eine tragende Säule zur Genesung und kann das seelische und körperliche Wohlbefinden stärken, die praktische Alltagsbewältigung verbessern und das selbständige und kritische Nutzen des Versorgungsangebots fördern. Bei SAG7 sind die Meetings kostenlos und anonym. Dabei werden Erfahrung, Kraft und Hoffnung geteilt – die  Gesprächskultur fördert das Gemeinschaftsgefühl. Man ist nicht mehr allein. Der Austausch im Meeting ist an das 12 Schritte Programm der Anonymen Alkoholiker angelehnt, die das Programm vor über 80 Jahren ins Leben gerufen haben. Mittlerweile wird es von vielen Selbsthilfegruppen und Therapieeinrichtungen genutzt, weil sie den Mehrwert dieser Vorgehensweise erkennen. SAG7 kann bereits auf fünf Jahre Erfahrung zurückgreifen und veröffentlicht aus diesem Grunde im September das SAG7-Grundlagenwerk „Hochsensibilität – Die Blume des Lebens“.

Anschließend gab Prof. Dr. Martin Aigner mittels einer Präsentation einen kurzen und informativen Überblick über die letzten drei Fachtagungen. Hochsensibilität ist eine Hypothese, die auch schon erforscht, wie die Umwelt wahrgenommen wird.  So verbildlichte er Hochsensibilität mit dem Unterschied zwischen dem strapazierfähigen Löwenzahn, der anschaulichen Tulpe und der weniger robusten, dafür jedoch zarten und liebevollen Orchidee.

Das Konzept wurde erstmals vom Ehepaar Aron 1997 publiziert. Auf ihrer Pionierarbeit bauen verschiedenste Studien auf. Die Forschung steckt also noch in den Kinderschuhen. Umso wichtiger ist es, Informationen über diese genetische Veranlagung zu verbreiten.

Michaela Neubauer moderierte während der gesamten Veranstaltung die Fragen aus dem Chat. Das erforderte große Konzentration und sie wurde ihren Anforderungen mehr als gerecht. Michaela ist eine sehr kompetente und sympathische Koordinatorin, die ausgewählten Fragen gekonnt und „fachfraulich“ an die Runde stellte.

Prof. Dr. Aigner traf in diesem Chat-Austausch eine bemerkenswerte Kernaussage: Man sollte sich immer versichern, ob man dasselbe Verständnis hat, wenn man über ein Thema spricht. Und man hat das Recht auf eine eigene Meinung und Sichtweise darüber, die man auch so annehmen und stehenlassen kann.

Der Fachvortrag der herzgewinnenden HSP-Expertin Mag. Caroline Makovec informierte verständlich und klar aufgebaut über die Eigenschaften der Hochsensibilität, ihre Stärken und auch über Schwachstellen (vor allem Reizüberflutung, auf die es gut zu achten gilt). Ihre wohlklingende Stimme verzauberte die Vortragenden auf dem Bildschirm, und auch im Chat gab es großartiges Feedback dafür, wie sie Hochsensible Menschen und deren Wahrnehmungen und positives Sein in der Gesellschaft veranschaulichte.

Ihr Fazit: Ausgeprägte Kreativität ist nicht nur im künstlerischen Kontext, sondern auch im Zuge von Lösungsansätzen und durch komplexes Denken und Wahrnehmen eine Bereicherung für jedes Unternehmen. Für den Hochsensiblen selbst ist es wichtig, einen achtsamen Umgang zu pflegen und zwischen Intuition und Emotion unterscheiden zu können.

Wie vom Host Johannes Murth angemerkt und im Chat öfter betont, ist es gerade für Eltern enorm wichtig, Informationen über Hochsensibilität zu erhalten und Anzeichen bei ihren Kindern zu erkennen. Dazu gibt es bereits Lehren auf der pedag. Kinder sind unsere Zukunft und wertvolle Geschenke der göttlichen Schöpfung. Ein hochsensibles Kind ist mit einer sehr verletzlichen Seele ausgestattet und kann bei bewusster Förderung und Anerkennung der eigenen Hochsensibilität zu einem gesunden und bewussten Erwachsenen reifen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen auf dem Bildschirm ein eingespieltes Team wahr, das eine äußerst informative und kurzweilige Veranstaltung gestaltete. Das Zusammenspiel von Selbsthilfe, Angehörigen, Ärzteschaft und Psychologie ist ein unbezahlbarer Schatz zur Genesung.

SAG7 liegt die Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen. Nur so kann es wieder eine gesunde und wertschätzende Gemeinschaft geben. In diesem Sinne sagt SAG7 ein herzliches Dankeschön an jeden Einzelnen. Schön, dass du da bist♥ Am Anfang unserer Zukunft.

Unterlagen zum Fachaustausch

Präsentation "Die Erbse des Lebens" Vortrag Elisabeth Heller Fachartikel Sabine Knoll Projektbeschreibung

Videomitschnitt

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SAG7 – Online-Fachaustausch

„Neurodiversität, neuromentale Entwicklungsstörungen & Hochsensibilität“

Mittwoch, 18. November 2026
18:00 – 19:30 Uhr • Online via Zoom

Wie erleben Menschen Neurodiversität und Hochsensibilität? Was sagt die Wissenschaft dazu? Und welche konkreten Hilfen können im Alltag unterstützen?
Diesen und weiteren Fragen widmen wir uns mit Expert:innen aus Psychiatrie und Psychologie.

PROGRAMM

  • 18:00 Uhr – Begrüßung & Einführung
  • 18:05 Uhr – Hochsensibilität – aus der Sicht der Psychiatrie
    Martin Aigner
  • 18:30 Uhr – Zu viel, zu laut, zu intensiv? Hochsensibilität im Faktencheck aus psychologischer Perspektive
    Hjördis Kasamas & Stefan Keinrath
  • 18:55 Uhr – Neurodiversität, neuromentale Entwicklungsstörungen & Hochsensibilität – vom bio-psycho-sozio-ökologischen Modell zu konkreten Alltagshilfen für Betroffene
    Lena Ettl
  • ca. 19:20 Uhr – Gemeinsame Fragerunde & Austausch
  • 19:30 Uhr – Ende

Die Teilnahme ist kostenlos. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, jedoch erbeten an info@sag7.com.

Der direkt Zoom-Link wird hier veröffentlicht.